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»Sinnvoll kommuniziert man immer in der Sprache des Empfängers.
Darum sind juristische Schriften so schwer verständlich.«
Edward de Bono
Gemeinschaft entwickelt Werte entwickeln Gemeinschaft

Willkommen bei Concretio!

Von der Bedeutung der Werte

Waren wir zu Besuch bei den Eltern meiner Mutter, gab es für Enkel wie Erwachsene »Einzel-Audienzen« bei meinem Großvater, einem früheren Oberstudiendirektor, Lehrer für Deutsch, Geografie und Sport.
Etwa im Alter von 12 Jahren erzählte er mir bei solcher Gelegenheit folgende Geschichte, die mich nie losgelassen hat:
Es war Abitur und in seiner Klasse lautete das zentral gestellte Thema für den Aufsatz: »Was würden Sie tun, wenn Sie in einer Lotterie sehr viel Geld gewonnen hätten?« Zu seinen Schülern zählte u.a. der spätere Dichter Wolfgang Weyrauch, in Deutsch ein Überflieger. Während andere schon längst angefangen hatten zu schreiben, dachte er offenbar noch nach. Dann griff er entschlossen zu seinem Füller, schrieb und gab meinem verdutzten Großvater sein Papier mit den Worten, er sei bereits fertig.
Großvater gab seinem Schüler nach reiflicher Überlegung und eingedenk der Vorleistung eine 2; er musste später diese Note für den Aufsatz verteidigen gegen heftige Angriffe der Kommission. Er tat das mit der Frage, ob nicht die angebotene Lösung seines Schülers eine zwar knappe, doch immerhin intelligente, wenn nicht gar weise und zweifellos durchdachte Antwort auf das reichlich dumme Thema gewesen sei. Der Abiturient hatte übrigens nur einen einzigen Satz geschrieben: »Ich würde Bücher kaufen«.

Schon die alten Griechen (Platon, Plotin) waren sich sicher: Der Geist steht über der Materie, das Wahre ist die Idee.
Ähnlich sehen es ostasiatische Religionen wie Buddhismus, Taoismus, Hinduismus oder überall und zu aller Zeit die Mystiker.
Neueste Quantenphysik belegt dieses Denken und beseitigt damit Dualismen und herrschende Widersprüche in der Physik.
Wir glauben, dass sich ähnlich auch die Widersprüche unserer Gesellschaft aufheben lassen.

»Concretio« leitet sich ab von »concrescere« (lat.) - zusammenwachsen.
Wir werben dafür, die entstandene Kluft zwischen materiellen und ideellen Werten zu schließen, denn sie schadet dem Gemeinwohl. Tiefere Ursache ihres Entstehens ist eine fatale Verkennung von Zweck und Mittel: Das Gute ist nämlich der eigentliche Zweck des Lebens, das Geld lediglich ein Mittel, um das »Bonum commune«, das Gute und das Gemeinwohl  zu erlangen und zu pflegen.

Dann wächst auch die Gemeinschaft in und an sich selbst - und statt zu zerfallen, wächst sie zusammen.

Hatte Plato also doch recht?

Goswami's monistischer Idealismus

Das für den Vatikan gefertigte Fresko von Rafael zeigt die Philosophenschule mit dem zum Himmel auf die Welt der Ideen zeigenden Plato und neben ihm den jüngeren Aristoteles, der mit der Hand auf den Boden zeigend an die Realisierung auf der Erde mahnt. »Nah' sehn, nicht fernsehn!«, wie...Weiterlesen

Das für den Vatikan gefertigte Fresko von Rafael zeigt die Philosophenschule mit dem zum Himmel auf die Welt der Ideen zeigenden Plato und neben ihm den jüngeren Aristoteles, der mit der Hand auf den Boden zeigend an die Realisierung auf der Erde mahnt. »Nah' sehn, nicht fernsehn!«, wie einer meiner Lehrer uns Jungen zu mahnen pflegte. Es könnte sich herausstellen, dass der Idealist Plato am Ende doch der größere Realist als der Empiriker Aristoteles gewesen ist. Denn wie der Quantenphysiker Amit Goswami behauptet, besteht die Welt nicht - wie bisher angenommen - aus atomar aufgebauter Materie, sondern der Grundbaustein ist Bewusstsein (Geist); auch die Materie sei vom Bewusstsein abgeleitet.
So würde nicht nur der seit Descartes geltende Dualismus von Körper und Geist verschwinden, sondern auch die Paradoxa der Quantenphysik:
- Quantenobjekte können gleichzeitig an mehreren Orten gleichzeitig auftreten (Wellennatur)
- Wenn wir sie beobachten, können sie sich als Teilchen manifestieren (Wellenkollaps)
- Quantenobjekte können an einem Ort verschwinden, um an einem anderen auf unbekanntem Weg aufzutauchen (Quantensprung)
- Durch Beobachtung erzeugte Manifestation eines Quantenobjekts beeinflusst zeitgleich sein beliebig entferntes Zwillingsobjekt (Quanten-Fernwirkung)

Goswami fordert somit, das heutige Mainstream-Denken eines »Realistischen Materialismus« aufzugeben und auf eine Philosophie umzuschwenken, die sich nur auf eine einziges durchgängiges Prinzip beruft, das Bewusstsein. Goswami nennt diese Philosophie »Monistischer Idealismus«, wobei es sich nicht um »Ideale«, sondern um Ideen, um Selbstbewusstsein, Willensfreiheit, Kreativität und Übersinnlichkeit handelt.
Verwandtes Denken und Fühlen findet man in ost-asiatischem Denken des Taoismus/Hinduismus/Buddhismus. 
Aber eben auch in westlichem Mystizismus, wie gesagt bei Plato und seinem Schüler Plotin oder auch im monadischen Denken eines Leibniz.

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24.04.2018
Liebeserklärung an die Antike

Bedeutung von Bildung

«Bei der unerhörten Entschiedenheit, mit welcher die beiden Völker der Antike ihr Leben gelebt haben, bei der großen Dichte der Substanz, aus der heraus sie das Erlebte mit größter Formklarheit im Begriff versammelt und in der Gestalt ebenso scharf umrissen wie lebendig hingestellt haben,...

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«Bei der unerhörten Entschiedenheit, mit welcher die beiden Völker der Antike ihr Leben gelebt haben, bei der großen Dichte der Substanz, aus der heraus sie das Erlebte mit größter Formklarheit im Begriff versammelt und in der Gestalt ebenso scharf umrissen wie lebendig hingestellt haben, haben diese Gedanken und Gestalten jener Griechen und Römer es an sich, dass man sie dann, wenn man ihnen wirklich einmal begegnet ist, nie vergisst. 
Man lernt an ihnen nicht nur etwas, man wird etwas an ihnen. Nicht nur Wege öffnen sich hier, sondern man lernt gehen.»

Wolfgang Schadewaldt »Sinn und Wert der humanistischen Bildung im Leben unserer Zeit« (Göttingen 1956)

Heute führt »Bildung« hingegen eher auf Wege, die fremdbestimmt sind:
- Geprägt im Sinne des Ökonomismus und des Funktionierens im System
- Fokus auf Fertigkeiten mit Verwendbarkeit zum Nutzen anderer
- Materielle Abhängigkeit statt selbstbestimmte Vision

CONCRETIO - leitet sich ab von lat. »concrescere – zusammenwachsen«, bedeutet aber auch »Verfestigung, Konkretisierung« und steht für Werteorientierung. Wieder zusammenwachsen sollen materielle und ideelle Werte: Lebenszweck sind die inneren Werte, materielle Werte sind »nur« Mittel. Daher sollten sich die Menschen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor allem an wahren und dauerhaften, inneren Werten orientieren.

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24.04.2018
Materielle und immaterielle Werte

Mittel & Zweck

Aus Sorge für Umwelt und Nachhaltigkeit hat Prof. Schmidt-Bleek sein bekanntes Paradigma der »Dematerialisierung« entwickelt.
Nach unserer Überzeugung dürfte dieses berechtigte Paradigma ohne weiteres und mit voller übertragbar sein auch und gerade auf das Reich der Werte.
Allzu...

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Aus Sorge für Umwelt und Nachhaltigkeit hat Prof. Schmidt-Bleek sein bekanntes Paradigma der »Dematerialisierung« entwickelt.
Nach unserer Überzeugung dürfte dieses berechtigte Paradigma ohne weiteres und mit voller übertragbar sein auch und gerade auf das Reich der Werte.
Allzu zerstörerisch für Gesellschaft und Gemeinschaft hat sich mittlerweile die Jagd der Finanzwelt nach materiellen Werten inzwischen entfaltet.
Die Größe zunehmender Zerstörungkraft dieses unseligen Gebahrens gieriger Finanzjongleure ist ablesbar an vielen Parametern, von denen hier nur drei Perspektiven genannt seien.

Die Finanzkrisen und mit Steuergeldern vorgenommenen Bankenrettungen der letzten beiden Jahrzehnte sind unserer Politik besonders schwer deshalb anzulasten, weil wir durch Geschehen und Ursachen der Weltfinanzkrise 1929 hinreichend hätten vorgewarnt hätten sollen. Damals war nicht zuletzt das couragierte Eingreifen des amerikanischen Präsidenten Franklin Roosevelt  Ausgangspunkt einer Umkehr zu vernünftiger Finanzpolitik für viele Jahre. Spätere Präsidenten und Regierungschefs (Nixon, Reagan, Thatcher, Clinton) haben leider das Steuer wieder in die entgegengesetzte Richtung gedreht - angefeuert durch die Chicagoer School of Economics. Unterwegs hat es nicht gefehlt an warnenden Stimmen (Noam Chomsky, H.-J. Jakobs,  Paul Kirchhof, Thomas Piketty, Nouriel Roubini, Tomáš Sedlaček, Yanis Varoufakis u.v.a.m.). Aber wieder klafft die Schere Arm-Reich weit auseinander, werden Verursacher nicht bestraft, Banken mit dem Geld aller gerettet.

Ist dies schon schlimm genug, wird zudem die Ungerechtigkeit potenziert, indem Kapitaleinkünfte in Deutschland mit nur 25% belegt werden - eine Obergrenze, von der arbeitende Steuerzahler nur träumen können. Steueroasen werden nicht bekämpft - vielleicht sogar wohlwollend toleriert? - und so entgehen den Staaten vorsichtig geschätzt Einnahmen in Höhe von 200 Mrd. Dollar (etwa das Doppelte der weltweit gezahlten Welt-Entwicklungshilfe).

Das größte Problem aber sind die durch dieses Gebahren erzeugten Verschiebungen von Macht und Einfluss, sehr zum Schaden der Demokratie.
In Brüssel stehen 1700 Lobbyisten etwa 430 Beamten gegenüber und nehmen zu ihrem Vorteil Einfluss auf unsere Gesetze, Regeln und Verfahren.
Es wird Zeit, dass wir unsere Repräsentanten nachdrücklich daran erinnern, wen sie in einer rechtsstaatlichen Demokratie zu vertreten haben.

Arm und Reich (Bertold Brecht)
Reicher Mann und armer Mann 
standen da und sah'n sich an.
Und der Arme sagte bleich, 
wär' ich nicht arm, wär'st du nicht reich.

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