»Wir wissen jetzt:
Rücksichtsloses Selbstinteresse zeugt von schlechter Moral,
aber auch von schlechter Ökonomie.«
Franklin D. Roosevelt (1937)


Arm und Reich 
(Bertold Brecht, Strophe 17 von »Alfabet«, 1934)

Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sah'n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.

Die Minderung und Beseitigung der immer größer werdenden Trennung von Arm und Reich ist in den Pariser Nachhaltigkeitszielen von 2015 verankert (Ziele Nr.1 und 10). Wie die Hilfsorganisation Oxfam 2015 bekannt gab, besaßen 2014 die 85 reichsten Personen soviel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung, 2015 taten dies die 62 reichsten und 2016 »schafften« das bereits allein die 8 reichsten Menschen. Die Wurzeln sozialer Ungleichheit liegen in unserem Finanzsystem mit nur einer Leitwährung, und nur einer Zentralbank, die diese drucken darf.
Aus Sorge für Umwelt und Nachhaltigkeit hat Prof. Schmidt-Bleek sein bekanntes Paradigma der »Dematerialisierung« in der Welt der Güter und der »materiellen« Welt entwickelt. Nach unserer Überzeugung dürfte dieses Paradigma durchaus und mit voller Berechtigung übertragbar sein gerade auch auf das Reich der Werte. Allzu zerstörerisch für Gesellschaft und Gemeinschaft hat sich inzwischen die Jagd der Finanzwelt nach materiellen Werten  entfaltet. Das Ausmaß zunehmender Zerstörungkraft dieses unseligen Gebarens gieriger Finanzjongleure ist ablesbar an vielen Parametern, von denen hier nur drei Perspektiven genannt seien.

Die Finanzkrisen und mit Steuergeldern vorgenommenen Bankenrettungen der letzten beiden Jahrzehnte sind unserer Politik besonders schwer deshalb anzulasten, weil wir hinreichend hätten vorgewarnt sein müssen durch Geschehen und Ursachen der Weltfinanzkrise 1929. Damals war nicht zuletzt das couragierte Eingreifen des amerikanischen Präsidenten Franklin Roosevelt  Ausgangspunkt einer Umkehr zu vernünftiger Finanzpolitik für viele Jahre. Spätere Präsidenten und Regierungschefs (Nixon, Reagan, Thatcher, Clinton) haben leider das Steuer angefeuert durch die Chicagoer School of Economics wieder in die entgegengesetzte Richtung gedreht. Unterwegs hat es nicht gefehlt an warnenden Stimmen (u.a.  Augstein, Chomsky, Jakobs, Kirchhof, Piketty, Sedlaček, Varoufakis). Aber dennoch klafft die Schere Arm-Reich wieder weit auseinander, werden Verursacher nicht bestraft und Banken mit dem Geld aller gerettet.

Ist dies schon schlimm genug, wird zudem die Ungerechtigkeit potenziert, indem Kapitaleinkünfte in Deutschland mit nur 25% belegt werden - eine Obergrenze, von der arbeitende Steuerzahler nur träumen können. Steueroasen werden nicht bekämpft - vielleicht sogar wohlwollend toleriert? - und so entgehen den Staaten vorsichtig geschätzt Einnahmen in Höhe von 200 Mrd. Dollar (etwa das Doppelte der weltweit gezahlten Welt-Entwicklungshilfe).

Das größte Problem aber sind die durch dieses Gebaren erzeugten Verschiebungen von Macht und Einfluss, sehr zum Schaden der Demokratie. In Brüssel stehen 1700 Lobbyisten etwa 430 Beamten gegenüber und nehmen zu ihrem Vorteil Einfluss auf unsere Gesetze, Regeln und Verfahren.
Es wird Zeit, dass wir unsere Repräsentanten mit Hilfe eines Wortes vom römischen Staatsmann Marcus Tullius Cicero nachdrücklich daran erinnern, wen sie in einer rechtsstaatlichen Demokratie zu vertreten haben: 
»Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer ausgeübt werden, die ihm anvertraut sind, und nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.«

 

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Finanzwelt I

Kaleidoskop der Fakten
14.06.2018

Gerechtes Steuersystem? Jongliert man mit Millionen, zahlt der Ehrliche maximal 25% Kapitalertragssteuer. Diesen Steuersatz zahlt jede(r) für seine Arbeit bei 50.000 € Jahreseinkommen; darüber wir es teurer. ÷ Aber da gibt es ja auch noch die Steueroasen für die Jongleure: Dort zahlt man gar keine Steuer mehr für das Land, dessen Ressourcen man nutzt. ÷ Im Gegenteil: Kommen einem neugierige invest

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Gerechtes Steuersystem? Jongliert man mit Millionen, zahlt der Ehrliche maximal 25% Kapitalertragssteuer. Diesen Steuersatz zahlt jede(r) für seine Arbeit bei 50.000 € Jahreseinkommen; darüber wir es teurer. ÷ Aber da gibt es ja auch noch die Steueroasen für die Jongleure: Dort zahlt man gar keine Steuer mehr für das Land, dessen Ressourcen man nutzt. ÷ Im Gegenteil: Kommen einem neugierige investigative Journalisten zu nahe und der Korruption auf die Schliche, bringt man sie neuerdings auch schon in Europa gezielt um, wie jüngst in Malta und der Slowakei geschehen. Beängstigend sind dabei die Hinhaltetaktiken der Regierenden, die nicht nur die Geschwindigkeit der Aufklärung behindern. Noch entlarvender sind die völlig fehlenden ernsthaften Bemühungen um Abschaffung solcher Steuerschlupflöcher. Diese umfassen auch Länder aus der Mitte der EU-Gründungsläner wie Holland, Luxemburg und Irland, die im Gegenteil selbst mit dubiosen Finanzpraktiken mitten in der EU Vorteile sammeln, indem sie Partnerländern Nachteile aufbürden. ÷ Aber auch innerhalb unserer eigenen Länder gibt es raffinierte Möglichkeiten, in den Steuersäckel aller zu greifen, um damit die eigene Privatschatulle praller zu füllen: Jüngst haben das Tandem der Hannoveraner Maschmeyer und Ex-Trainer Slomka die Technik der Cum-Cum und Cum-Ex Geschäfte - auch »Dividendenstripping« genannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping) - durch eigenes Beispiel in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Milliarden Verluste im Steuertopf sind das Ergebnis solcher zu spät entdeckten Praktiken. Das Vorgehen dabei ist gezielt und unsere Banken sind Mitakteure und Anstifter. (u.a. www.tageschau.de/wirtschaft vom 10. Januar 2018) ÷ Die Bankenwelt spielt ohnehin eine etwas zwielichtige Rolle, insbesondere seit sie aus dem Nichts Geld schaffen darf (s.a. »Giralgeld«, »Geldschöpfung«) und dies nicht mehr ausschließlich den Nationalbanken vorbehalten ist (s.a. »Vollgeld«). Die sog. Griechenlandkrise war nach Yanis Varoufakis (»Die ganze Geschichte«, Kunstmann Verl. 2017) nichts anderes als das Feigenblatt für eine europäische Bankenrettung. Während sich europäischer Zorn nach dem Crash 2008 ausschließlich auf die Wall Street richtete - deren Spekulationsschaden betrug 258 $ pro US-Bürger - hätte er sich in Wirklichkeit viel mehr auf die europäischen Banken richten sollen: Deren Spekulationsblase erzeugte nämlich einen Schaden in Höhe von 10.000(!) € pro EU-Bürger (inkl. aller Säuglinge und Greise), denn die Banken standen im Risiko für > 30 Billionen USD, mehr als das 8-fache des BIP von Deutschland, fast dreimal soviel wie das BIP von GB, NL, F und D zusammen. ÷  Wie Hans-Jürgen Jakobs gestützt auf Daten von McKinsey und IWF berichtete (Wem gehört die Welt; Knaus Verlag 2017), betrug das gesammelte Weltfinanzvermögen 267 Billionen USD, fas viermal soviel wie das BIP (Bruttoinlndsprodukt) der Realwirtschaft der gesamten Welt. Ein wahrlich ungesundes Verhältnis, das Gefahren birgt, wie die jüngste Finanzkrise 2008 und nicht zuletzt 1929/1930 gezeigt haben.

 

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Finanzwelt II

Seher und Warner
19.06.2018

Es gibt auch die Gegenseite: Weise Ökonomen, die Verwerfungen und Gefahren durch Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen und benennen. 

Angesichts der sich abzeichnenden Finanz- und Immobilienblase in den USA hatte Nouriel Roubini bereits am 7. September 2006 noch auf der Höhe des Booms eine warnende Rede vor dem IWF in Washington DC gehalten und dabei den Zusammenbruch von Investmentbanken und die

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Es gibt auch die Gegenseite: Weise Ökonomen, die Verwerfungen und Gefahren durch Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen und benennen. 

Angesichts der sich abzeichnenden Finanz- und Immobilienblase in den USA hatte Nouriel Roubini bereits am 7. September 2006 noch auf der Höhe des Booms eine warnende Rede vor dem IWF in Washington DC gehalten und dabei den Zusammenbruch von Investmentbanken und die Ausweitung der Krise auf den internationalen Finanzmarkt exakt vorausgesagt. Auch andere läuteten die Alarmglocken: Robert Shiller warnte vor einer Aktienmarktblase, bevor diese 2000 tatsächlich platzte (Irrationaler Überschwang, Campus 2000); ähnliches tat in Europa der St. Gallener Marketing-Guru Fredemund Malik. Raghuram J. Rajan, Professor an der University Chicago hielt am 27.August 2005 in Jackson Hole, Wyoming einen Vortrag vor Politikern und Ökonomen, in dem er nachdrücklich darauf hinwies, dass die Gestaltung der Bezüge von Finanzmanagern und Aktienhändlern unweigerlich darauf hinauslief, dass diese unkalkulierbare Risiken eingingen, die das Weltfinanzsystem gefährde. Wall-Street-Legende James Grant wies der Notenbank 2005 eine entscheidende Rolle dabei zu, die größte Kreditblase der Finanzgeschichte entstehen zu lassen. Nicolas Taleb wies darauf hin, dass Finanzmärkte gar nicht auf Risiken vorbereitet sein könnten, die außerhalb ihres eigenen Berechnungsalgorithmus lägen (The Black Swan; Random House 2007). Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff rückten frühzeitig das untragbare Leistungsbilanzdefizit der USA in den Blickpunkt der Gefahrenbewertung. Obwohl das von der amerikanischen Situation ausgelöste Verhalten der Finanzindustrie in Europa wesentlich höhere Schäden verursachte (Varoufakis: Die ganze Geschichte; Kunstmann Verl. 2017), waren Vorwarnung und Aufarbeitung weniger deutlich.

Ökonomen sind also nicht nur die »Schlechten«, sie sind gleichermaßen auch die »Guten«, denen man tunlichst zuhören sollte.

Man braucht dazu allerdings die Weisheit, beide voneinander unterscheiden zu können.

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Finanzwelt III

Sind Krisen vorhersehbar?
21.06.2018

Viele halten Finanzkrisen für nicht vorhersehbar, vergleichen sie in ihrer Plötzlichkeit mit Flugzeugabstürzen und der Seltenheit von »Schwarzen Schwänen«. Starökonom Nouriel Roubini widerspricht dem vehement und spricht daher von »Weißen Schwänen«. Vergleiche mit ähnlichen Begebenheiten im Lauf der Geschichte lassen ihn überzeugt feststellen (»Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft«; Goldma

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Viele halten Finanzkrisen für nicht vorhersehbar, vergleichen sie in ihrer Plötzlichkeit mit Flugzeugabstürzen und der Seltenheit von »Schwarzen Schwänen«. Starökonom Nouriel Roubini widerspricht dem vehement und spricht daher von »Weißen Schwänen«. Vergleiche mit ähnlichen Begebenheiten im Lauf der Geschichte lassen ihn überzeugt feststellen (»Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft«; Goldmann Verlag 2011):

"Das Muster von Krisen anhand überprüfbarer Geschichte zeigt immer wieder ein ähnliches Bild. Auslöser ist jedes Mal eine Anhäufung bekannter wirtschaftlicher und finanzieller Schwächen, die irgendwann eine kritische Schwelle überschreiten. Die meisten beginnen mit einer Spekulationsblase, in deren Verlauf der Preis einer Anlage (z.B. Immobilien) weit über ihren wirtschaftlichen Wert hinaus steigt. Oft entsteht eine solche Blase in einer Ära exzessiver Schuldenaufnahme, in der Anleger mit dem geliehenen Geld auf einen Boom spekulieren. Es ist kein Zufall, dass Blasen häufig mit einer undisziplinierten Geldpolitik einhergehen, also in eine Zeit fallen, in der dank mangelnder Überwachung und Regulierung des Finanzsystems ein Übermaß an Krediten verfügbar ist. Das könnte eine Folge lascher Beaufsichtigung und Regulierung des Finanzsystems sein oder gar die Konsequenz der lockeren Währungspolitik einer Zentralbank.…Krisen gehören zur Normalität, nicht zu den Ausnahmen. Die zerstörerischsten Blasen der letzten Jahrhunderte gingen Hand in Hand mit Finanzinnovationen, vor allem mit vielen neumodischen Instrumenten und Institutionen, mit denen die Spekulation in der jeweils angesagten Anlage angeheizt wurde. Da die begehrte Anlage in der Regel als Sicherheit dienen kann und der Wert dieser Sicherheit steigt, können Spekulanten täglich mehr Geld aufnehmen. Genau dieser Effekt ist mit dem Begriff »Hebelung« gemeint. An diesem Punkt ist die Blase kein psychologisches Moment mehr, sondern ein Wachstumsmotor und eine Kraft wirtschaftlicher Veränderung, und ermuntert zu immer neuen Risiken...Auch beim Platzen der Blase ist der Verlauf der Ereignisse absehbar. Der einsetzende Preisverfall veranlasst die Gläubiger zu Nachschussforderungen, was dazu führt, dass die Schuldner zunehmend ihre Anlagen in Notverkäufen abstoßen müssen. So, wie die Preise der Anlage auf dem Höhepunkt der Spekulationen ihren tatsächlichen Wert bei Weitem überstiegen, fallen sie nach dem Platzen der Blase unter ihren tatsächlichen Wert. Im Versuch Risiken zu verringern, überdrehen die Banken in der Folge häufig und es entsteht allzu oft eine Kredit- und Liquiditätskrise, welche die gesamte Wirtschaft
Was als Finanzkrise begann, erreicht am Ende die Realwirtschaft und richtet dort heftige Kollateralschäden.
Während zu alten Zeiten der Gläubiger seinen Schuldner und seine Kreditwürdigkeit kannte und bewerten konnte, hat man in jüngsten Krisen Risiken verbrieft und weiter verkauft. So entstanden u.a. »NINJA-Kredite«: No INome,Job,Assets mit einer für die Gläubiger nicht mehr erkennbaren Risikolage.
Hinzu kommen also noch Krisen der Verantwortung und des Vertrauens." 

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Finanzwelt IV

Misst das Brutto-Inlandsprodukt Lebensqualität?
2008 setzte der französische Präsident und europäische Ratspräsident Nicolas Sarkozy eine auch nach heutigen Maßstäben äußerst hochrangige Kommision ein, weil er mit der bisherigen Form des Wirtschaftens unzufrieden war, und bat die Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (Präsident) und Amartya Sen (Berater) sowie seinen Landsmann Jean Paul Fitoussi (Kordinator) um die gemeinsame Leitung der Ar...Weiterlesen
2008 setzte der französische Präsident und europäische Ratspräsident Nicolas Sarkozy eine auch nach heutigen Maßstäben äußerst hochrangige Kommision ein, weil er mit der bisherigen Form des Wirtschaftens unzufrieden war, und bat die Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (Präsident) und Amartya Sen (Berater) sowie seinen Landsmann Jean Paul Fitoussi (Kordinator) um die gemeinsame Leitung der Arbeitsgruppe.
Beigefügt ist der Abschlussbericht der Kommission, der bestätigt, dass die dominierende Maßzahl in wirtschaftlichen Zusammenhängen, das Brutto-Inlandsprodukt (BIP, bzw. GDP = Gross Domestic Product) völlig ungeeignet ist, das Wohlergehen der Menschen zu erfassen, da es nur die monetären Werte misst und den wahren sozialen Fortschritt oder Zustand vernachlässigt. Wichtig sei es, die Zahlen und Beschreibungen so zu verknüpfen, dass so etwas Vages wie das Bruttosozialglück erfasst werden könnte. Nachstehend der Bericht der Kommission, deren Arbeit in Europa nie ernsthaft diskutiert worden ist, obwohl man hätte erwarten dürfen, dass die jüngste Wirtschaftskrise die Diskussionen eigentlich noch stärker entzündet hätte. Wer nur hat dies in der Versenkung verschwinden lassen? Die Entscheider scheinen sich in dieser Absicht jedenfalls einig gewesen zu sein;
befördert wurde dies noch durch das wahlbedingte Ausscheiden von Nicholas Sarkozy aus der politischen Schaltzentrale im Jahre 2012.
 
Hier zeigt sich die Kurzsichtigkeit und Selbstzentriertheit heutiger Form von Politik:
Natürlich übernimmt man nicht Ergebnisse vom Vorgänger und Gegner, schon gar nicht, wenn sie lobenswert und zukunftsorientiert sind.
Aber niemand hindert uns Bürger*Innen daran,
ein solches »Verschwinden« nicht zu dulden, den Fortbestand wichtiger Resultate zu sichern und deren Umsetzung einzufordern.

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Freiheit und Ökonomie

Kapitalismus: Geld ist nicht alles
Schon Marx, aber insbesondere auch jüngst Amarty Sen haben darauf hingewiesen, dass Freiheit und die Möglichkeit zu autonomer Bestimmung nicht durch Geld und Arbeit abgegolten werden können und eine entscheidende Rolle spielen können bei der Bewertung von Arbeit.

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Schon Marx, aber insbesondere auch jüngst Amarty Sen haben darauf hingewiesen, dass Freiheit und die Möglichkeit zu autonomer Bestimmung nicht durch Geld und Arbeit abgegolten werden können und eine entscheidende Rolle spielen können bei der Bewertung von Arbeit.

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Demokratie für die Galerie?

Was könnte dahinter stecken? Ein Beitrag von Bernd Hamm
Ist der Gedanke von wahrer Demokratie nur ein schöner Traum, eine Illusion? Viele Kluge Staatsrechtler*innen haben ein feste Meinung, wie Demokratie aussehen muss.
Der Soziologe Bernd Hamm orientiert sich an dem, was er zu sehen meint: Die Herrschaft von Mächtigen, einer herrschenden Klasse; Demokratie ist nichts als Kulisse im Welttheater.

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Ist der Gedanke von wahrer Demokratie nur ein schöner Traum, eine Illusion? Viele Kluge Staatsrechtler*innen haben ein feste Meinung, wie Demokratie aussehen muss.
Der Soziologe Bernd Hamm orientiert sich an dem, was er zu sehen meint: Die Herrschaft von Mächtigen, einer herrschenden Klasse; Demokratie ist nichts als Kulisse im Welttheater.

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Konzentration von Macht

Eine Dänische Untersuchung
Dänemark und allgemein die skandinavischen Länder gelten gemeinhin als positive Beispiele für Gleichberechtigung und Demokratie. Dass sie alle konstitutionelle Monarchien sind, tut dem keinen Abbruch. Hohe Frauenquoten in Führungspositionen, beispielhafter Umgang der Menschen miteinander auf Augenhöhe, die sich miteinader duzen und beim Vornamen nennen, dazu überschaubare Größenordnungen bei gerin...Weiterlesen
Dänemark und allgemein die skandinavischen Länder gelten gemeinhin als positive Beispiele für Gleichberechtigung und Demokratie. Dass sie alle konstitutionelle Monarchien sind, tut dem keinen Abbruch. Hohe Frauenquoten in Führungspositionen, beispielhafter Umgang der Menschen miteinander auf Augenhöhe, die sich miteinader duzen und beim Vornamen nennen, dazu überschaubare Größenordnungen bei geringer Besiedlungsdichte. Man kennt sich. Genau das haben dänische Forscher genauer untersucht. Anbei meine Übersetzung zu ihrem Buch »Magteliten«, das im Jahre 2015 erschien.

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Globale Wirtschaftselite?

Eine Legende
Der bekannte deutsche Soziologe Michael Hartmann kann nach seinen Untersuchungen die Existenz einer Wirtschaftselite auf globaler Ebene nicht bestätigen (Die globale Wirtschaftselite, Campus Verlag 2016). Dafür fehlten laut seinen emprischen Ergebnissen u.a. Nachweise entsprechender systematischer und wiederkehrender Zusammenkünfte und Reisen. Er hält die Behauptung, eine solche Gruppe existiere u...Weiterlesen
Der bekannte deutsche Soziologe Michael Hartmann kann nach seinen Untersuchungen die Existenz einer Wirtschaftselite auf globaler Ebene nicht bestätigen (Die globale Wirtschaftselite, Campus Verlag 2016). Dafür fehlten laut seinen emprischen Ergebnissen u.a. Nachweise entsprechender systematischer und wiederkehrender Zusammenkünfte und Reisen. Er hält die Behauptung, eine solche Gruppe existiere und bestimme maßgeblich die wirtschaftlich Richtung mit, daher für eine Legende. Die laut seinen Untersuchungen nachgewiesene Mobilität sei viel zu gering, als dass sich daraus eine eigene Klasse mit entsprechender Haltung, eigenem Habitus und gemeinsamen Ziel- und Wertevorstellungen bilden könne.
Durchgeführte Untersuchengen, von denen nach seiner Meinung die sorgfältigste von William K. Carroll stammt, deutenen zwar auf die Zunahme einer Art nordatlantischer Wirtschaftselitebildung; Carroll weist aber gleichzeitig auf die Grenzen seiner Analysen hin; diese hat daher Hartmann in seiner Untersuchung durch Ergänzung der Mobilität und Typisierung der Teilnehmer beseitigt. Gesicherte Erkenntnis über Elitenbildung besteht allenfalls auf nationaler; deren Existenz bestätigt auch Hartmann. Bei anderen Forschern und Autoren würden häufig sorgfältigere empirische Hintergrunduntersuchungen aber einfach fehlen, das Datenmaterial oft nicht sorgfältig genug gegengeprüft und häufig zu voreilige Schlüsse gezogen.

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